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In Italien wird gestreikt – und zwar massenhaft und in allen Landesteilen!

 

Die Unia Jugend solidarisiert sich mit den Kämpfen unserer italienischen GewerkschaftskollegInnen, GenossInnen in Fabriken, Betrieben, Krankenhäusern und auf Baustellen, welche lautstark den Schutz von Gesundheit und Leben der Arbeiter*innen fordern und zum Kampf gegen die Klasse der profitgierigen Bosse aufrufen. Wir schliessen uns der Forderung unserer Kolleginnen und Kollegen an und fordern die Regierung von Italien dazu auf, die nicht notwendigen Produktionsbetriebe einzustellen, Schutzmassnahmen für Arbeitnehmende und ihre Familien zu verstärken und die Werktätigen nicht auf dem Altar des Profits zu opfern.

 

Die prekäre gesundheitliche Situation, ausgelöst durch die Covid-19 Pandemie und verschärft durch die desaströse Reaktion der Regierungen, trifft vor allem die ArbeiterInnen und deren Familien. Die Überforderung des Gesundheitssystems ist die direkte Folge der Sparmassnahmen in den vergangenen Jahren und offenbart die Unfähigkeit der Regierungen, im Rahmen des herrschenden Systems ein gutes Leben für die Bevölkerung zu ermöglichen.

 

Besonders hart trifft die Krise die Beschäftigten im Gesundheitsbereich. Die Krankenhäuser sind zu Zentren der Ansteckungsgefahr geworden. Das medizinische Personal muss die PatientInnen versorgen, ohne ausreichende Sicherheitsvorkehrungen und ohne die dringend notwendigen Coronatests zur Verfügung gestellt zu bekommen. Das Gesundheitssystem kollabiert wortwörtlich unter dem Druck der Pandemie. Das ist die Folge von jahrelanger Unterfinanzierung und der Privatisierung des Gesundheitssystems. Es braucht dringend bessere und effektivere Schutzmassnahmen für Angestellte, mehr Personal, bessere Löhne und die Kontrolle durch die Arbeitnehmenden.

 

Als ob das alles nicht schon schlimm genug wäre, zwingen die UnternehmerInnen mit Hilfe staatlicher Bürokratien noch immer Millionen von ArbeiterInnen, für Profit weiter zur Arbeit zu gehen. Sie werden wie Schlachtvieh geopfert, damit die Profitgier weiter gestillt werden kann und die Nation auf dem Weltmarkt nicht untergeht. Die Covid-19 Krise ist nur die Spitze des Eisbergs einer noch viel heftigeren weltweiten Krise namens Kapitalismus.

 

Die Krise trifft die Arbeiterklasse am härtesten und die Folgen werden auch direkt auf sie abgewälzt. Damit die Profite der Patrons nicht leiden, müssen BüezerInnen trotz Nichteinhaltung von Sicherheitsmassnahmen weiterarbeiten – in der Schweiz, wie in Italien. Während für Unternehmen Unterstützung in Milliardenhöhe bereitgestellt wird, stehen sehr viele Arbeitnehmende ohne Unterstützung da.  Deshalb ist es unsere Aufgabe als Gewerkschaftsmitglieder, den Kampf für den sofortigen Schutz unserer Gesundheit aufzunehmen, die Regierungen dazu aufzufordern, Geld für die Bedürfnisse von Arbeitnehmenden zu sprechen, die ArbeiterInnen zu organisieren und gegen das Diktat der UnternehmerInnen anzukämpfen. Wir lassen uns nicht für die Profite einiger weniger opfern. Wir fordern gemeinsam mit unseren italienischen KollegInnen, und auch mit allen Arbeitsbrüdern und -schwestern auf der ganzen Welt, den unverzüglichen Stopp aller nicht-essenziellen Arbeiten und den sofortigen und effektiven Schutz aller Beschäftigten und ihrer Familien.

 

Das Mittel, um den Zuständen zu begegnen, mit denen wir und unsere KollegInnen konfrontiert werden, haben uns die italienischen Arbeiterinnen und Arbeiter bereits aufgezeigt: Um eine Durchsetzung und Ausweitung der Sicherheitsmassnahmen zu erreichen, müssen wir die ArbeiterInnen organisieren und in die Offensive gehen. Der Kampf gegen die Pandemie ist ein weltweiter, er ist direkt verbunden mit dem Kampf gegen ein System, welches die Arbeiterklasse für Profite zu Schlachtvieh degradiert. Und nur die ArbeiterInnen aller Länder können ihn gewinnen. In der Schweiz können wir viel von den mutigen Kämpfen in anderen Ländern lernen. Hoch die internationale Solidarität!